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Ein weiterer Abnabelungsprozess

Es gibt eine Phase im Leben einer Frau, die still beginnt – oft unbemerkt von aussen, aber tiefgreifend im Inneren.


Sie kommt nicht mit einem lauten Knall, sondern mit Fragen. Mit Irritation. Mit dem Gefühl: Etwas passt nicht mehr.


Die Perimenopause ist mehr als ein hormoneller Übergang. Sie ist ein weiterer Abnabelungsprozess.


Nicht mehr vom Körper der Mutter – sondern von inneren Bildern, übernommenen Glaubenssätzen, Erwartungen, Loyalitäten und Prägungen, die oft über Generationen weitergegeben wurden.


Steg am Meer die Seelen Reise beginnt jetzt
Steg am Meer die Seelen Reise beginnt jetzt

Spirituell, hormonell – oder beides?

Die Frage stellt sich unweigerlich: Ist diese Abnabelung rein spirituell? Oder sind es Hormone, neuronale Veränderungen, Omega-3-Mangel, Entzündungsprozesse, Beta-Glucan, die veränderte Gehirnplastizität – kurz: Biologie?


Die ehrliche Antwort lautet: Es ist alles.


In der Perimenopause verändert sich das hormonelle Zusammenspiel massiv. Östrogen wirkt nicht nur auf Zyklus und Haut, sondern auf das Gehirn, die Neurotransmitter, die emotionale Filterung und unsere Fähigkeit, Muster zu hinterfragen. Gleichzeitig nimmt die neuronale Flexibilität zu – alte Programme verlieren ihre Selbstverständlichkeit.


Was früher einfach „so war“, wird plötzlich fragwürdig.


Was ist wirklich meins?

In dieser Phase tauchen Fragen auf, die zuvor keinen Raum hatten:


  • Welche Glaubenssätze lebe ich – und sind sie wirklich meine?

  • Wo handle ich aus Anerkennungsdrang heraus?

  • Welche Werte habe ich übernommen, ohne sie je geprüft zu haben?

  • Wie viel davon diente einst dem Überleben – aber nicht mehr dem Leben?


Viele Frauen erkennen, dass ein grosser Teil ihres Verhaltens ein Nachahmen ist: elterliche Muster, generationsbedingte Vorsicht, moralische Raster, die nie hinterfragt wurden.


Und plötzlich wird spürbar: Nicht alles, was ich trage, gehört zu mir.


Was erbe ich von den Generationen hinter mir?
Was erbe ich von den Generationen hinter mir?

Die Last der vorherigen Generationen

Die Generation der 1930er- und 1940er-Jahre war vom reinen Überleben geprägt. Bewertung, Einordnung, Vorsicht – all das war lebensnotwendig. Wer nicht schnell erkannte, „wer gefährlich ist“, überlebte oft nicht.


Diese Haltung hat sich tief eingeprägt. Besonders in der jüdischen Epigenetik: Wachsamkeit, Misstrauen, das Lesen zwischen den Zeilen.

Über Generationen weitergegeben – nicht bewusst, sondern biologisch, emotional, epigenetisch.

Doch die entscheidende Frage lautet heute: Ist diese Form des Wertens noch dienlich?

Wenn wir Einheit, Akzeptanz, Toleranz und Inklusivität anstreben – dann müssen wir erkennen, dass ständiges Bewerten auch trennt. Jede Bewertung grenzt aus. Auch wenn sie einst Schutz war.


Retraumatisierung und kollektive Trigger

Der 7. Oktober hat vieles erneut aufgerissen. Plötzlich war er wieder da: der offene und verdeckte Antisemitismus. Lokal. Global. Emotional.

Gleichzeitig ein merkwürdiger Widerspruch: Auf der einen Seite totale Inklusivität, Identitätsfreiheit, Auflösung aller Grenzen. Auf der anderen Seite roher Hass, Verallgemeinerung, Projektion.


Was hier sichtbar wurde, war mehr als Politik. Es war kollektive Retraumatisierung. Unverarbeitete Wunden unserer Grosseltern, die epigenetisch in unserem Verhalten, unserem Nervensystem, unserem Blut weiterleben.


Und mit der Angst kamen die Bewertungen zurück. Genau jene, gegen die wir uns so sehr wehren, wenn sie uns selbst treffen.


Retraumatisierung Israel 7. Oktober 2023
Retraumatisierung Israel 7. Oktober 2023

Zurück zum Abnabelungsprozess

Die Perimenopause stellt eine zentrale Frage:


Wovon nabele ich mich jetzt ab?

  • Von den Wertungen meiner Eltern?

  • Von spirituellen Vorstellungen, die nicht mehr tragen?

  • Von Verhaltensmustern meiner Familiengeschichte?

  • Von Loyalitäten, die mich begrenzen?


Und gleichzeitig: Was will ich bewusst weitergeben? Damit meine Kinder wissen, woher sie kommen – und dennoch frei sind, ihren eigenen Weg zu gehen.


Der Mut, neu zu wählen

Abnabelung kostet Kraft. Sie bedeutet, neue Sichtweisen zu vertreten – manchmal gegen Widerstand. Sie wirft die Angst auf: Werde ich noch akzeptiert? Gehöre ich noch dazu?

Und doch ist sie notwendig. Denn wahre Reife bedeutet nicht Anpassung, sondern Integration. Die Fähigkeit, Herkunft zu ehren, ohne von ihr gesteuert zu werden.

Dieser Prozess ist kein Moment. Er ist ein Weg. Er dauert. Er verläuft in Wellen. Und manchmal fühlt er sich unvollendet an – weil Entwicklung kein Ziel kennt.


Mut zur Lücke, Edna
Mut zur Lücke, Edna

Und Gott?

Am Ende taucht oft die grösste Frage auf:

Was ist der Plan? Was ist der Sinn?

Vielleicht ist es genau das: Zu erkennen, dass Abnabelung kein Verlust ist, sondern eine Rückkehr.

  • Nicht weg von Gott – sondern näher zu ihm.

  • Nicht weg von der Familie – sondern in eine ehrlichere Beziehung zu ihr.

  • Nicht weg von der Vergangenheit – sondern aus ihrer unbewussten Macht.


Vielleicht ist das grosse Bild kein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch. Und vielleicht ist die Perimenopause kein Ende – sondern der Beginn einer inneren Freiheit, die erst jetzt möglich wird, nach all den Erfahrungen und Einsichten des Lebens.


Ein weiterer Abnabelungsprozess.

Nicht weniger heilig als der erste.


Und wie geht es dir in deiner Peri- und Menopause? Kontaktiere mich für Begleitung



 
 
 

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